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Qeqertarsuaq - Die große Insel

Im Hafen Qeqertarsuaq
Im Hafen Qeqertarsuaq
Das Tintenfass Gottes
Das Tintenfass Gottes
Schlitten in der Sommerpause
Schlitten in der Sommerpause
Museum Qeqertarsua
Museum Qeqertarsuaq

Die Diskobucht und die Diskoinsel dürften mit zu den bekanntesten Landstrichen Grönlands gehören. Hauptort der Diskoinsel ist Qeqertarsuaq, was so viel wie "Große Insel" bedeutet. Die Ortschaft liegt an der Südküste der größten Insel vor der Küste Grönlands. Qeqertarsuaq wurde im Jahr 1773 vom Walfänger Sven Sandgreen unter dem dänischen Namen Godhavn gegründet und hat heute rund 1.000 Einwohner. Während in vergangener Zeit der Walfang eine wichtige Rolle für den Ort spielte, ist heute die Jagd und die Fischerei wie in so vielen grönländischen Gemeinden die Haupteinkommensquelle. Die frühere Bedeutung des Walfangs spiegelt sich auch im Gemeindewappen wieder - es zeigt einen Grönlandwal unter dem Nordlicht. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Qeqertarsuaq sogar der wichtigste Walfangort Nordgrönlands. Nach der Verwaltungsreform im Jahr 1951 verlor die Stadt ihren Status als Hauptstadt Nordgrönlands und mit der Schließung der Kohlegruben im Norden der Diskoinsel im Jahr 1972 nahm ihre Bedeutung weiter ab.

An die Kolonialzeit erinnert heute noch der Bereich um den Hafen mit seinen alten Gebäuden. Das frühere Haus des Kolonialinspektors aus dem Jahr 1840 beherbergt seit 1992 ein Heimatmuseum, in dem man sich über die Geschichte der Stadt sowie die Jagd- und Fangkultur der Inuit informieren kann. Auffällig ist auch die Kirche aus dem Jahr 1914 - aufgrund des achteckigen Grundrisses wird sie im Volksmund das "Tintenfass Gottes" genannt. In der Kirche dominieren die Farben Blau und Rot. Satt des andernorts üblichen Segelschiffes hängt ein Frauenboot an der Decke.

Verläßt man die Stadt Richtung Süden und läuft zur Spitze der Halbinsel, fällt ein kleines, kuppelartiges Bauwerk auf einer der Klippen auf. Es markiert den alten Aussichtsposten der Walfänger und auch heute hat man noch gute Chancen, von hier aus Wale zu sehen. Auch der Blick entlang der Küste und zurück auf das mehr als 1.000m hohe Basaltmassiv der Diskoinsel ist einen Spaziergang zum Aussichtposten wert. Die Basaltberge entstanden vor rund 60 Millionen Jahren und fast die gesamte Diskoinsel ist aus Basalt aufgebaut. Sie gehört zu den geologisch jüngsten Teilen Grönlands.

Geht man Richtung Süden aus der Stadt an der Küste entlang, erreicht man nach etwa 2km den Fluß Rode Elv. Er wird vom Schmelzwasser des Lyngmarksgletschers gespeist und hat sich nur wenige hundert Meter oberhalb der Mündung tief ins Gestein eingegraben. Der Wasserfall Qolortorsuaq stürzt über mehrere Stufen in die Tiefe. Über eine Brücke gelangt man auf die andere Seite des Flusses und nach etwa 3km erreicht man eines der schönsten Basaltfelder Grönlands. Nicht nur die natürlichen Skulpturen aus Basaltsäulen faszinieren, sondern auch die überraschend üppige Vegetation.